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Der Kunstverein Eisenach e.V. widerspricht den falschen Behauptungen im Demonstrationsaufruf „Ins-Wanken-Bringen“

„Die Wartburgstadt ins Wanken bringen“- unter diesem Motto rief die Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss zu einer Antifa-Demonstration am 16. März in Eisenach auf.

Auch wenn der Kunstverein Eisenach e.V. bewusst keiner Ideologie oder parteipolitischen Meinung folgt, so fragen sich doch die in diesem Netzwerk zusammengeschlossenen Kulturschaffenden, wie ein Aufruf zum „Ins-Wanken-Bringen“, Demokratie und Miteinander fördern und stärken soll. 

Zwar wünscht sich auch der Kunstverein ein deutlicheres Auftreten der Stadtverwaltung gegen rechte Strukturen, jedoch finden die Mitglieder des Kunstvereins, dass Frau König-Preuss mit  ihrer Äußerung „es gab keine größere Demonstration gegen Rassismus,  Antisemitismus und rechte Gewalt“ unserer Stadt nicht annähernd  gerecht wird.

So möchten wir beispielhaft an dieser Stelle an die Demo im Frühjahr 2017, den  Sternmarsch am 9. April 2018 und an viele weitere Aktionen gelebten Miteinanders erinnern. Da wäre das Internationale Sommerfest im vergangenen Sommer, das sowohl unter der Eisenacher Bevölkerung als auch unter den neuen Bürgern dieser Stadt großen Zuspruch fand (wunderbare Bilder davon gibt es auf der Facebook Seite des Kunstvereins).

Wir fragen Frau König-Preuss, warum sie schlecht informiert solch falsche Bilder zeichnet.

Gerne denken die Kulturschaffenden auch an zahlreichen Lesungen mit geflüchteten Künstlern, an Konzerte, Feste, Workshops, Theaterbesuche (einmal mit 82 Migranten, von denen 70 zum ersten mal in ihrem Leben in einem Theater waren), die alle friedlich und ohne jeden Polizeischutz im „braunen Nest“ stattfinden konnten. Da waren Nachbarschaftsfeste (zum Beispiel in der Bornstraße) oder Ausstellungen mit Kunst Geflüchteter, nach welcher noch spontan syrische Musik auf dem Marktplatz gespielt wurde, ohne dass es zu Angriffen oder Diskrimierung kam. Erinnern möchte der Kunstverein ebenso an die über 800 Menschen einbeziehende Kunstaktion zum Gedenken des 9. November des letzten Jahres. All dies sind Beispiele für Aktionen Eisenacher Bürger gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt!! Aktionen, die den Demonstrationsaufrufenden offenbar nicht bekannt sind und für die sie sich im Vorfeld offensichtlich auch nicht interessiert haben.

Der Kunstverein Eisenach e.V. ist Mitglied im Bündnis gegen Rechts in Eisenach. Dieses Bündnis wurde in die Vorbereitung der Demo morgen weder einbezogen noch überhaupt eingeladen.

Doch der Blick sei nicht nur zurückgerichtet. Auch in diesem Jahr  plant der Kunstverein Eisenach e. V.  wieder tolle Aktionen für ein friedliches, fröhliches und kulturvolles Miteinander in unserer Stadt. Eine Lesung mit der Friedensaktivistin Rosa Yasin Hassan wird es im April geben, ein Internationales Sommerfest lädt im August wieder alle Bürger ein und das Theaterprojekt „Mauern überwinden“ von Malek Alkhalifa mit deutschen und geflüchteten Jugendlichen ist bereits in Vorbereitung.

Das Achava Festival für jüdische Kultur fördert Dialog und Toleranz und wird vom 19. bis 22.09.2019 in Eisenach zu Stadtführungen auf jüdischen Spuren, Konzerten mit Musikern aus Israel und Thüringen, einer Podiumsdiskussion zum Thema Antisemitismus u.a. mit Margot Käßmann, Schülerkunstaktionen und einem bunten Straßenfest in Kooperation mit dem Interkulturellen Verein einladen.

Viel Engagement und Herzblut steckt  in der Planung und Umsetzung solcher Veranstaltungen. 

Die  Nichtanerkennung dieses Engagements durch die Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss in ihrem sehr schlecht recherchiertem Demonstrationsaufruf wirkt auf viele Weggefährten, Künstler und engagierte Menschen dieser Stadt sehr kränkend. 

Als „Stärkung“ empfindet der Kunstverein diese Demonstration leider nicht und ruft darum für den 16. März zu einem Flashmob für gelebtes Miteinander auf.

Nähere Infos dazu sind auf der Facebookseite des Kunstverein Eisenach e.V. zu finden. 

Der Vorstand des Kunstverein Eisenach e.V.

Alexandra Husemeyer

Thekla Bernecker

Uwe Jung-Kempe 

Falken und Dohlen

Neue Brut- und Nistkästen im März 2018
Nachdem der Sturm im Januar einige Fichten im Kirchgarten Großenbehringen zerstört hat, waren leider auch Brut- und Nistkasten betroffen. Joachim Plan von der Vogelschutzwarte in Seebach hat als aufmerksamer Beobachter des Vogelgeschehens in unseren Orten sofort reagiert – neue Nistkästen wurden angebracht und in den vorhandenen Öffnungen in Kirchtürmen von Großen- und Oesterbehringen wurden gleich neue Brutkästen eingebaut. bei dieser Gelegenheit entdeckten wir ein riesiges Hornissennest, wenn auch verlassen.
Im Frühling werden wir dann sehen können, wie erfolgreich das Bemühen um die Vögel war.

Wohnungsnot bei Turmfalke, Dohle & Co.

Dohlen und Turmfalken suchen als sogenannte Kulturfolger die Nähe zu menschlichen Siedlungen und nisten gern an künstlichen felsenähnlichen großen Bauwerken.
Sanierungen und Taubenabwehr führen oft auch zum Verlust von Brutplätzen für Vögel, deren Nähe wir eigentlich schätzen sollten, spielen sie doch eine wesentliche Rolle im Haushalt der Natur. Feldmäuse sind die Lieblingsbeute des Turmfalken. Insekten, wie Mücken und Schnaken, landen zu Zehntausenden in den Mägen von Dohlen, Mauerseglern, Hausrotschwänzen und Sperlingen.
Die Dohle ist nach einem deutlichen Bestandseinbruch bis Anfang der 2000er Jahre seit einiger Zeit wieder zunehmend in ehemaligen Brutgebieten aufgetaucht.
2012 wurde beispielweise auch die Wasserburg in Seebach, Sitz der Staatlichen Vogelschutzwarte, wieder besiedelt. In Bad Langensalza verschwanden die Dohlen Mitte der 1990er Jahre als Brutvogel, bevor 2007 wieder ein Brutversuch stattfand. Mittlerweile gibt es mehrere Kolonien, an denen zwischen einem und 20 Brutpaare zu finden sind.
Auch in Großenbehringen tauchten zwei Dohlen im März 2009 an der „Martin- Luther- Kirche“ auf, waren zur Brutzeit aber wieder verschwunden. Der eilig im Kirchturm eingebaute Nistkasten wurde jedoch fast jährlich von Turmfalken genutzt. 2015 „eroberten“ mehrere Dohlen-Paare die Kirche in Oesterbehringen und zogen erfolgreich Junge auf.
2016 rückt nun auch wieder die Großenbehringer Kirche ins Visier der schlauen Rabenvögel. Dumm nur, das sich bereits 2 Turmfalkenpaare um die freien Plätze bemühen.
Als Sofort-Hilfspaket wurden den Dohlen und Turmfalken am letzten Freitag nun weitere zwei nagelneue Eigenheime angebaut. Dabei boten sich die neben der Kirche stehenden Blaufichten geradezu an, denn im Kirchturm war auf die Schnelle ein Umbau nicht möglich.
Die Ornithologen sind zuversichtlich, dass das neue Wohnungsangebot noch in diesem Jahr angenommen wird. Jeweils 1200 qcm warten provisionsfrei auf Interessenten. Mal sehen, wie man sich einigt.

Vielen Dank an die Ornithologen Juliane Balmer und Joachim Blank!!!!

Vögel im Kirchgarten

queerubim in Craula

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Anreise am 28. April und Probe bis 29.April im Jugendpfarrhaus Craula!

Dann der Gottesdienst am 1. mai in der Kirche Craula zusammen mit der Band der Jugendarbeit des Kirchenkreises Gotha

Die Einstimmung:
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Der Gottesdienst mit viel Musik:
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Auch in Gebärdensprache:
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Gemeinsames Mittagessen vor der Abfahrt!
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Vielen Dank für die wunderbare gemeinsame Zeit!!!

Wort zum Sonntag für die TLZ Gotha zum 1. Mai 2015

Heute ist der Tag der Arbeit. Die meisten von uns müssen nicht arbeiten, sondern haben frei und dürfen zu Hause bleiben. Am Tag der Arbeit nicht zu arbeiten – ein Widerspruch? Nur auf den allersten Blick! Denn tatsächlich ist ein solcher Tag der Besinnung auf unsere Arbeit sehr wichtig. Zur Besinnung braucht es Zeit, um den nötigen Abstand zum Nachdenken zu gewinnen. Warum aber über die Arbeit groß nachdenken? Hauptsache ist doch, ich habe welche und verdiene genug Geld, um meinen Lebensunterhalt damit absichern zu können. Aber reicht das wirklich? Ist die Arbeit nicht ein viel zu bedeutsamer Teil unseres Daseins, um so eingeschränkt damit umzugehen? Ist die Arbeit nicht viel zu umfassend, auch in ihren Auswirkungen, um sie nur auf die finanzielle Absicherung unseres Lebens zu reduzieren?
Durch die Arbeit können wir uns mit unseren Gaben und Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen und so Anerkennung finden, auf die wir alle für ein erfülltes Leben angewiesen sind. Darum sind auch sehr viele Menschen bereit, eine Arbeitsstelle anzunehmen, selbst wenn sie dafür nicht mehr Geld bekommen als durch die soziale Absicherung. Statistische Erhebungen zeigen dies sehr eindrücklich. Darüber hinaus hilft die Arbeit, soziale Kontakte zu knüpfen. Wir Menschen sind soziale Wesen, es gibt nur wenig, was schlimmer als Einsamkeit ist und das Empfinden, überflüssig zu sein. Schon allein diese wenigen Beispiele zeigen, wie wichtig die Arbeit für ein würdevolles Dasein ist.
Aber über die Arbeit wirken wir weit über den persönlichen Bereich hinaus. Es ist den meisten Menschen sehr wichtig und befriedigt ein grundlegendes menschliches Grundbedürfnis. sich nützlich zu machen und Gutes zu tun. Zu arbeiten unter Voraussetzungen und mit diesen Zielen, schafft sowohl persönliche Zufriedenheit wie auch ein gutes mitmenschliches Klima. Darum sollte es uns auch nicht egal sein, was durch unsere Arbeit entsteht oder produziert wird.
Der erste Mai wurde von der Zweiten Internationalen in Paris 1889 als Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterschaft bestimmt. Seitdem hat sich viel zum positiven geändert. Ist aber alles gut? Nehmen wir uns doch am ersten Mai Zeit zur Besinnung über unsere gegenwärtige Arbeitssituation. Entspricht diese tatsächlich unserem menschlichen Wesen? Oder sind die aktuellen Arbeitsbedingungen, obwohl besser als um 1900, nicht immer noch sehr weit von dem entfernt, wie wir Menschen im Grunde unseres Herzens arbeiten möchten und also auch arbeiten sollten?
Es ist unsere Aufgabe, ja unser Auftrag, die Arbeit endlich zu dem zu machen, was sie im Grunde nach sein soll – Freude an der schöpferischen Mitwirkung einer humanen Gesellschaft und die Möglichkeit, damit seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Dies gilt für jeden. Wir alle haben ein Recht darauf und wir alle tragen die dazu nötigen Voraussetzungen in uns. Besinnen wir uns also heute darauf und schöpfen wir Kraft und Mut, dies endlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Zum Karfreitag

Aus einem Dialog per Handy zum Germanwings-Crash:

…….  Wenn der Copilot Selbstmord gemacht hat, was hat dann der andere Pilot in der Zeit gemacht?

Der musste mal auf Toilette. Und seit dem 11.9.2001 muss das Cockpit verriegelt sein. Das hat der Copilot ausgenutzt und seinen Chef nicht mehr reingelassen. Wenn man so will – dieser Absturz ist eine Folge der hysterischen Sicherheitsvorkehrungen.

Ja, habe ich auch gerade gelesen.
Also es macht schon Sinn, dass kein Fremder ins Cockpit reinkommt..Aber ein Selbstmord ist sowieso unvorstellbar!!

Naja, das Leben kann halt nicht bis in alle Details abgesichert werden. Irgendwie auch tröstlich, bei aller Tragik.

Unbegreiflich. Aber jetzt wollen sie noch mehr Sicherheitsmaßnahmen vereinbaren. Hier sollte man lieber hinterfragen: Was kann einen Menschen dazu bewegen, sein Leben ( wobei jeder mensch selbst entscheiden darf, wann sein leben vorbei ist) aber auch das von 149 anderen zu beenden. Vielleicht sollte man auch mal einen kritischen Blick auf das Gesundheitssystem werfen und versuchen, solche tragischen Ereignisse zu minimieren.

Und vor allem diesen absoluten Leistungswahn hinterfragen – nur der / die Fleißige und Erfolgreiche findet Anerekennung . Die Optimierung des Menschen auf seine Markt-Tauglichkeit hin usw.

Absolut wahr! ……

Zur Fastenzeit V

Zuletzt machte Got den Menschen. Obwohl er der Letzte und von allen Wesen das hilfloseste war, empfing der Mensch die größte Gabe – die Fähigkeit zu träumen.
Ihr weißen Menschen verlangt von uns, dass wir die Erde pflügen, dass wir Gras schneiden und daraus Heu machen und es verkaufen, damit wir reich werden. Ihr weißen Männer kennt nur die Arbeit. Ich will nicht, dass meine jungen Männer euch gleich werden. Menschen, die immer nur arbeiten, haben keine Zeit zum Träumen, und nur wer Zeit zum Träumen hat, findet Weisheit.

Weisheit der Indianer

Zur Fastenzeit IV

Über die Finanzierung durch drei zwielichtige Oligarchen hat sich eine „Agentur zur Modernisierung der Ukraine“ gebildet, entsprechend ist auch die personelle Zusammensetzung dieser Agentur.
Modernisierung – das hieß einmal, eine lebenssprühende Idee umzusetzen, menschliche Ideale nach Gerechtigkeit für alle Menschen zu verwirklichen.
Aus dieser Idee ist heute sehr oft der Wahn geworden, den Wirtschaftsliberalen so gern von sich geben: modernes Banking, moderne Märkte, moderner Konsum. Modernisierung als Catchphrase auf den Lippen (meist) graugesichtiger Männer, die alle gleich aussehen, die alle die gleichen dunklen, modernen Anzüge tragen und die gleichen dummen Phrasen absondern.

Wollen wir uns bewusst halten- das Motto der Fastenzeit 2015 heißt: „Du bist schön“

Zur Fastenzeit III

Du bist schön

So das Motto der Fastenzeit 2015 – dazu ein paar Gedanken zur Scham,
angeregt durch eine Beilage der taz:
„Wir schämen uns täglich – aber meist für die falschen Dinge“.

An einem warmen Abend reckt sich eine junge Frau in der U-Bahn. Zwei riesige Schweißflecken erscheinen unter ihren Achseln, sichtbar für alle anderen Fahrgäste. Für einen Moment erblickt sie sich im spiegelnden Fenster und schenkt sich ein Lächeln. warum auch nicht?
Warum sollte sie sich schämen für ihren Schweiß? Für Dinge, die jeder Mensch erlebt?
(Zitat aus dem taz-Artikel)

Warum schämen wir uns andererseits nicht für Handlungen, für die wir etwas können? Für die Gleichgültigkeit, z.B. dass für unsere Kleidung und unsere Smartphones Menschen unter unwürdigen Arbeitsbedingungen leiden müssen? Oder das Leid der Tiere für möglichst billige Lebensmittel? Für alle unwürdige Behandlung von HartzIV-Empfängern, Obdachlosen?

Du bist schön – das gilt für mich, für alle Menschen und alle anderen Geschöpfe auf unserem Planeten!!