Gedankenspitter 2018

Februar
Die alten Fichten im Kirchgarten sind nun Opfer des letzten Sturmes geworden. Die Reaktion vieler Menschen darauf: prophylaktisch so schnell als möglich alle Bäume fällen, wenn sie nicht gerade weitab in freier Natur stehen. So sollen mögliche Gefahren beseitigt werden, die von Bäumen ausgehen könnten. Für mich eine sehr erschreckende Reaktion! Denn geht nicht die eigentliche Gefahr von unserer zerstörerischen Lebensweise aus? Gemeinsam sollten wir uns fragen, warum wir versuchen, dieser Erkenntnis auszuweichen. Wollen wir nicht alle in sicheren Verhältnissen leben? Ist eine intakte Umwelt nicht eine notwendige Bedingung dafür und haben Bäume dabei nicht eine große Bedeutung?


Januar
Was entscheidet mit darüber, wie alt wir werden? Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, manchmal völlig unerwartete. So entwickelt sich ie Lebenserwartung in allen Gesellschaften zB. nicht etwa entgegengesetzt zum Körpergewicht, wie viele Menschen vermuten, sondern parallel zum gesellschaftlichen Wohlstand. In Deutschland beträgt der Abstand in der Lebenserwartung bei den Männern zwischen Arm und Reich elf Jahre. Gesundheitskampagnen, wie sie immer wieder auch in unserem Land gefordert werden, dürften daran also nur wenig ändern. Mehr soziale Sicherheit und weniger materielle Ungleichheit hingegen schon, denn Länder mit vergleichsweise geringerer sozialer Ungleichheit weisen auch geringere Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen den Sozialschichten auf. Im Buch „Gleichheit ist Glück“ haben 2 Autoren dies eindrücklich aufgezeigt. Gesundheit und Lebenserwartung als Indikatoren für soziale Gerechtigkeit. Der große Unterschied in der Lebenserwartung ist kein schmeichelhaftes Urteil über unser Land. Aber: dies ließe sich ja ändern. Wenn wir es denn wollten.